DIE einzig wahre Gesangstechnik – gibt es das eigentlich?

Endlich der heißersehnte Studienplatz für Gesang – und das auch noch im wunderbaren Maastricht! Ich war voller Vorfreude und brannte darauf, mich für den schönsten Beruf der Welt ausbilden zu lassen. Leider waren die ersten beiden Jahre bei meinem damaligen Professor nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Seine Lehrinhalte konnte ich nur bedingt umsetzen, meine Stimme entwickelte sich nicht weiter, ich spürte immer weniger Leichtigkeit beim Singen. Ich war verunsichert und zweifelte an meiner Begabung. Lag es an mir, machte ich etwas falsch?

Als ich den Mut fand, die Gesangsklasse zu wechseln und mit einem neuen Professor die bisherige Technik wieder umzustellen, änderte sich alles! Ich spürte körperlich und klanglich sofort den Effekt seiner Übungen, ich begann mich wieder mit meiner Stimme wohl zu fühlen und konnte so mit der ursprünglichen Begeisterung fürs Singen mein Studium zu Ende führen.

Heute weiß ich: Der Unterricht meiner Anfangsjahre war solar geprägt, die späteren Stunden lunar. Das Prinzip der Atemtypenlehre war vor zwanzig Jahren zwar schon bekannt, wurde aber eher als Randphänomen wahrgenommen und wenig in der Praxis umgesetzt.

Wieviel leichter wäre mein Studium -und das vieler anderer Sänger*innen- gewesen, hätte die Hochschule im Vorfeld den Atemtyp berücksichtigt!

Ich bin ganz sicher: Es gibt nicht die eine Gesangstechnik, die für alle funktioniert.

So viele neue Gesangsschulen haben sich in den letzten Jahrzehnten etabliert, die alle auf ihre Weise eine fundierte Ausbildung bieten: Rabine, Lichtenberg, Estill, CVT – um nur einige zu nennen. Jede Methode spricht andere Bedürfnisse an und hat deswegen ihre Berechtigung. Auch die Atemtypenlehre hat nicht alle Antworten und ist nicht für jeden die Wahl der Stunde. Aber für diejenigen, die gerade genau diese Inhalte brauchen, die stark typenwidrig gesungen haben und sich stimmlich verloren fühlen, ist es oft die Er-Lösung! Ist es für DICH das Richtige? Probiere es aus, erlebe, spüre – dann wirst Du es wissen.