Ich erzähle gerne davon, wie sehr ich das Singen spiritueller Lieder liebe. An so vielen Orten der Welt und in so vielen verschiedenen Lebensphasen habe ich es schon praktiziert 💫
Natürlich ist es wunderbar, in Taizé in der Kirche und im buddhistischen Zentrum zu singen. Aber was ist denn eigentlich mit dem Alltag? Den Momenten, in denen ich es vielleicht am allernötigsten brauche, eines meiner Lieblingslieder zu singen? Da gibt es jede Menge Gelegenheiten!
Zum Beispiel sind da diese Tage, die einfach nicht rund laufen. Vielleicht haben die Katzen mich um fünf Uhr geweckt, ich bin müde und schlecht gelaunt. Alles dauert länger als gedacht, ich fühle Zeitdruck- und dann klingelt natürlich noch dreimal der Postbote, wichtige Emails kommen alle auf einmal und dabei wuselt mir Lily zwischen den Füßen herum und will unbedingt spielen. Tja, eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, eine schöne Arie zu üben, aber das wird heute nix mit der hohen Kunst. Trotzdem, meine paar Minuten Singen brauche ich unbedingt um wieder in Balance zu kommen. Also setze ich mich hin und singe das buddhistische Achtsamkeitslied aus Plum Village „Island of the self“:
„Breathing in I go back to the island within myself.
There are beautiful trees within the island, there are clear streams,
there`s water, there are birds. Sunshine and fresh air-
breathing in I feel safe. I enjoy going back to my island.“
Und in diesen fünf Minuten werde ich ruhiger, finde wieder zu mir, zu meinem Körper und meiner Stimme. Ohne großen Anspruch, ohne besonders stimmgewaltig oder detailgenau sein zu wollen. Einfach singen und die Worte dabei fühlen.
Ich glaube, von dieser Praxis können wir alle enorm profitieren, ob Profi oder Laiensänger. Es gibt diese Augenblicke, in denen Einfachheit statt Komplexität gefragt ist, und die uns trotzdem als Sänger tief mit uns selbst verbinden können. Wahrzunehmen, dass ich über ein Lied Sicherheit bei Inhalten finden kann, die größer sind als meine kleinen Alltagssorgen, ist wunderbar ❤️
Welche Lieder haben einen solchen Effekt auf DICH? Erlebst DU auch Momente, wo Singen dich beruhigt?